Reining
Die Reining könnte man im Prinzip als die Westerndressur bezeichnen. Darüberhinaus ist sie der rinderlose Trockentest für die Rinderarbeit. Deshalb handelt es sich auch hier um eine schnelle und teilweise spektakuläre Prüfung, die ausschließlich einzeln, nacheinander und im Galopp geritten wird.
Unterschieden wird zwischen Junior- und Seniorreining, wobei das Alter des Pferdes den Ausschlag gibt. Die Junioren (bis 5-Jährig) werden zweihändig mit Wassertrense (Snaffle Bit) geritten. Danach muß der Ausbildungsstand des Pferdes so sein, daß es am angemessen langen Zügel einhändig im Bit (with Shanks) vorgestellt werden kann. (Ausnahme: Seniorpferde mit Bosal dürfen zweihändig geshowt werden.)
Gestartet wird mit einem Guthaben von 70 Punkten. Pro Reiningelement kann der Richter dann in 0,5er Schritten zwischen -2 und +2 Punkte vergeben, wobei ein guter Amateur schon zufrieden sein kann, wenn er seine 70 Punkte wieder mit hinausnimmt.
Die von den jeweiligen Verbänden vorgegebenen Pattern bestehen immer aus den folgenden Elementen, welche an bestimmten Markern in der Arena und in spezieller Reihenfolge zu zeigen sind:

- Große schnelle, sowie kleinere und langsamer gerittene Galoppzirkel, die so rund wie möglich geritten werden sollten. Der Tempounterschied (Speedcontrol) sollte deutlich erkennbar sein.

- Fliegende Galoppwechsel.

- Sliding-Stops aus dem beschleunigten Galopp, wobei sich die Hinterhand des Pferdes tief unter den Körper schiebt und das Pferd auf der Vorderhand bis zum Stillstad weiterläuft. Je flacher das Pferd und je weiter und gerader der Stop verläuft, desto höher wird die Bewertung ausfallen.

- Meist im Anschluß an den Stop, Hinterhandwendug zur Bande und erneutes Angaloppieren (Roll Back)

- Schnelle und tiefe Drehungen auf der Vordehand, bei innengestandener Hinterhand (Spins).

- Als Abschluß fast jeder Pattern wird ein schnelles und gerades Rückwärtsrichten der Pferde über einige Meter verlangt.

Die einzelnen Pattern sind je nach Verband unterschiedlich und setzen sich aus einer unterschiedlich angeordneter Reihenfolge dieser Elemente zusammen. Die für die Prüfung verlangte Pattern wird den Teilnehmern erst kurz vor der Prüfung genannt. Und generell sollte die Hilfengebung des Reiters so sanft und unsichtbar wie möglich ausfallen.
Fast alle Elemte einer Reining bestehen aus Bewegungen, die ein Fohlen schon wenige Stunden nach seiner Geburt von Natur aus beherrscht. Wer zwei- oder dreitägige Fohlen im Freilauf mit ihren Müttern erleben und beobachten darf, (Da wird gezirkelt, gerollbackt und gewechselt was das Zeug hält) fragt sich manchmal, warum später eine derart aufwendige Ausbildung nötig ist, damit diese Bewegungsabläufe unter dem Reiter Abrufbar werden.
Um wirklich spektakuläre Sliding-Stops zeigen zu können benötigt das Pferd neben einer intensiven und professionellen Ausbildung, (und einem gewissen Talent) auch einen speziellen Beschlag mit sogenannten "Sliding-Plates". Auch ist ein spezieller Bodenbelag nötig der unter Umständen für andere Disziplinen dann weniger geeignet ist.
Die Reining ist mittlerweile von der FN anerkannte Reitdisziplin und es wird demnächst auch um Gold bei der Olympiade geslidet.
Sliding Stop
Der Slidingstop: Aus dem beschleunigten Galopp erfolgt die Vollbremsung auf der Hinterhand, die sich weit unter den Körper schiebt. Die Vorderhand läuft weiter bis das Pferd zum Stillstand kommt.
Reining Pattern
Nur ein Beispiel: so sieht die AQHA Reiningpattern Nr. 10 aus. ("run in" pattern) mit "fliegendem" Start.