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Natur pur
Canada bietet neben einer atemberaubenden Tierwelt, einer faszinierenden Landschaft und einer absolut freundlichen und kontaktfreudigen Bevölkerung auch an allen Ecken die Möglichkeit geführte Trailrides zu geniessen. Farms und Ranches wie z.B. die "Top of the World" Ranch haben mittlerweile einen Namen der bis nach Deutschland hin bekannt ist. Aber auch kleine Ranches haben Ihren Reitz.
Wir entdeckten eher zufällig die "Anchor D" Ranch, die ca 80 Km südwestlich von Calgary bei Black Diamond in den Foothills der Rocky Mountains liegt und direkt an das Knanaski Naturschutzgebiet grenzt.
Bei den Besitzern der Ranch, Jan und Dewy Matthews fühlt man sich direkt Zuhause. Nicht zuletzt durch Dewys speziellen Humor, der ein Garant für gute Laune ist. Die Pferde und die Ausrüstung sind in gutem Zustand, die gesamte Crew ist freundlich und sehr bemüht . Die Preise sind moderat.
Unser erster Ritt ist eine Zweistündige Schnupperexkursion die uns das Gelände der Ranch und deren direkte Umgebung genießen läßt, die vor allem aber unser reiterliches Können unter Beweis stellen soll, denn die Sicherheit steht bei den Matthews an erster Stelle. Und obwohl die Pferde absolut Trittsicher und nervenstark sind, werden die Routen für die Trails immer auch nach dem Können der Reiter ausgesucht. Wir kommen mit den leichtrittigen Pferden schnell gut klar und so ist es beschlossene Sache, daß wir am nächsten Tag einen Halfdaytrail unternehmen wollen.
Wie verabredet sind wir am nächsten Morgen um 10 Uhr zur Stelle. Die Pferde stehen bereits geputzt und gesattelt bereit. Dewy weist jedem von uns ein passendes Pferd zu. Und nachdem die Steigbügel auf die richtige Länge gebracht sind, gehts auch schon los. Unsere Gruppe besteht aus einem befreundeten Pärchen, Andrea und mir. Dewy und Heather sind die Trailguides. Zusätzlich reitet ein neuer Guide mit der jetzt eine neue für ihn unbekannte Strecke kennenlernen soll. Wir verlassen die Ranch und reiten direkt ins Kananaskis. Pfade oder gar Wege sind in keiner Weise erkennbar. Doch unsere Guides kennen hier wohl jeden Stein. Es geht durch kleine Wäldchen, quer durch dichtes Buschwerk, über blühende Bergwiesen und Schotterabhänge hinunter, die ich Zuhause niemals als Reitstrecke in Erwägung ziehen würde. Die Trittsicherheit der Pferde ist genauso unglaublich, wie die hinter jeder Biegung wechselnde Naturkulisse. Selbst bei den schwierigsten Streckenpassagen fühlen wir uns absolut sicher aufgehoben und jede Sekunde im Sattel ist ein Genuß, von dem man wünscht, daß es einfach nicht enden sollte. Wir folgen einige hundert meter einem Flüsschen dessen glasklares Wasser uns den Blick auf den schwierigen Grund voller gober Kiesel und Findlinge freigibt. Keines der Pferde ist auch nur einmal angeklockt, gerutscht oder gar gestrauchelt. Dewy erklärt uns unterwegs, welcher Gesang zu welchem Vogel gehört, welche Blumen für die Pferde giftig sind und zeigt uns Elch- und Bärenspuren. Die 4 Stunden vergehen, obwohl angefüllt mit Eindrücken, wie im Flug und es fällt einem schwer erkennen zu müssen, daß man sich wieder dem Gelände der Ranch nähert. Nach dem absatteln erhalten wir noch einen kostenlosen "How to handle the rope"-Kurs an der künstlichen Kuh. Überhaupt fühlt man sich die ganze Zeit über immer mehr als Familienmitglied denn als Kunde. Klar daß wir auch für die verbleibenden beiden Tage bis zu unserem Heimflug von Calgary jeweils noch einen Trail buchen, die immer eine andere Streckenführung haben und von denen wieder jeder für sich ein unvergessliches Erlebnis ist.
Doch dann heißt es: Good bye. Keep in touch. Maybe someday we will meet on the trail again!
PS.:Die "Anchor D" Ranch bietet nach Absprache auch mehrtägige Ritte, sowie Jagdausflüge mit und ohne Pferd an.
Canadas Westen ist wohl heute noch das ursprünglichste Amerika das man sich denken kann. Und mit der warscheinlich geringsten Kriminalitätsrate der Welt ist es in allen Bereichen ein Traumziel. Und es muß kein Traum bleiben, denn ein Canadaurlaub ist bei manchen Anbietern nicht viel teurer als z.B. die Kanaren. Ausserdem hat der CanDollar mit einem Kurs zwischen DM 1,20- bis 1,40- eine hohe Kaufkraft.
Im Mai 1999 machten wir unseren Traum war. Wir buchten bei Canusa einen 14-tägigen Canadatrip der inclusive Flug mit Canada 3000, aller Gebühren und Versicherungspakete, incl. Pick up-Camper für 12 Tage, sowie einer Übernachtung im Hotel, 2000 Freikilometern und diverser "Kleinigkeiten" DM 1299,- pro Person kostete. Also schlappe 670 Euro. Ein mehr als reeller Preis, speziell wenn man am Tag nach der Ankunft in Vancouver einen "Ford F250 V10 Triton Heavy Duty" mit 10 Fuss Wohnkabine vorfindet der erst 117 Kilometer hinter sich hat, also nigelnagel neu ist. Ich habe das Auto geliebt. Die Verleihfirma "Fraserway" stellte sich nicht nur als absolut freundlich sondern auch noch als komplett deutschsprachig heraus. Mit dem Fahrzeug gab's dann noch einen kostenlosen "Woodall's" Campingführer samt komplettem Kartenwerk für British Columbia und Alberta. |
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