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Ganz nach meinem Geschmack: Reiturlaub im Abbázia Country Club Ungarn Glückliche Schulpferde!!! Gepflegte Stallungen !!! TIP TOP…. nicht nur für die Reiter.
Diese sanft-hügelige, ungarische Landschaft erinnerte mich total intensiv an das Bild meines Lieblingsmalers Franz Marc „Pferd und Landschaft”
Das war endlich mal ein Reiturlaub, wie ein erfüllter Wunschtraum. Schon die Anreise war besonders. Die Wegbeschreibung war ja eigentlich sehr gut, doch plötzlich dachte ich am Ende der Welt zu sein. Unberührte Natur , große Felder und Wälder und zwischendrin kleine, ungarische Dörfer. Ich dachte mir, das kann doch nicht sein, das hier noch irgendwo eine Hotelanlage kommt. Aber plötzlich, ich hatte schon entschieden umzudrehen, sah ich auf der rechten Seite kurz vor der slowenischen Grenze etwas sehr schönes, gediegenes, stilvolles.
Große Walmdächer mit Gauben, einen Swimmingpool auf einem parkähnlichen Gelände. So…..?, wirklich….?, Gott sei Dank, das war es!!! Ich war sehr erleichtert, man weiß ja eigentlich nie so recht wo man landet, wenn man im Internet bucht. Aber für mich als Reiter und Pferdeliebhaber war der Reitstall dann doch noch die größte Überraschung. So gut gehaltene Schulpferde habe ich in Deutschland wirklich noch nie gesehen.
Alles blitzeblank, die Pferde tiptop, alle hatten ausnahmslos wache, glückliche Gesichter. Jedes Schulpferd hatte eine riesige Box mit Ausguck nach draussen, toll!!!. Und neben der Reithalle waren noch eine riesige Wiese und einige Paddocks. (Naja, in Tunesien habe ich schon mal etwas anderes erlebt, da waren die Pferde in einem so erbärmlichen Zustand, ich habe es nicht übers Herz bringen können, mich nur einmal da drauf zu setzen.)
Aber ich freute mich jetzt schon richtig auf den nächsten Tag, mit meiner ersten Reitstunde. Eigentlich hatte ich an die Appartments nicht so die größte Erwartungshaltung, bei dem günstigen Preis. Da ich ein Jahr vorher auch schon mal in Lipica , Slowenien war und das dortige Hotel war zwar für einen Reiter OK,…. aber alles erinnerte mich noch an die kommunistisch, miefige Vergangenheit.
Hier im Country Club war alles anders: Wow, ein riesiges, helles, geschmackvolles Appartment mit Terrasse, direkt am Swimming Pool. Und das Tollste: „Ich hatte von meinen Appartement einen Panoramablick auf den gepflegten Traumstall”.
Gabor, der Reitlehrer begrüßte mich ausserordentlich nett und fragte nach meinen Reitkenntnissen. Martin, ein brauner, sportlicher Wallach war daraufhin mein superbraver Partner für die ganze Woche.
Nach der ersten Probestunde in der Reithalle ging es dann am übernächsten Tag sofort raus ins Gelände. Die Ausritte und vor allem das Gelände waren für mich als Naturfreund natürlich das Größte. Keine Straßen, keine Autos wie in Deutschland, unendlich lange Sandwege und Wiesen mit wilden Krokussen und wilden Lilien. Wir ritten am ersten Tag auf einem alten Patroullienweg an der ungarisch-slowenischen Grenze entlang, am nächsten Tag galloppierten wir über ein riesieges abgeerntetes Kürbisfeld. Im meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele Hirsche gesehen, um ganz ehrlich zu sein, habe ich vorher nur mal ein paar Rehe bei einem Reiturlaub in der Lüneburger Heide gesehen.
Leider hatte ich einen Regentag, so mußte ich am Mittwoch eine Reitstunde in der Halle absolvieren. Ich war erst nicht so begeistert, da ich nicht so ein besonderer Hallenkünstler bin. Aber im nachhinein war es doch super. Gabor hat mir viele Tipps für einen besseren leichten Sitz gegeben und nach einigen Cavalettiübungen klappte es dann auch wirklich viel, viel besser. So einen speziellen Dressurunterricht der aufs Geländereiten abzielt habe ich in Deutschland noch nie erhalten.
Als krönenden Abschluß machten wir am Freitag bei strahlend schönem Sonnenschein einen Halbtagesritt in den Nationalpark, zu einer Biofarm, mit freilaufenden Tieren. In dem romantischen Biergarten gab es dann eine leckere, kalte Platte und ein kaltes Bier. Unsere Pferde konnten wir direkt anbinden und grasen lassen.
Wir reiten über Sandwege bis nach Marokföld, Richtung Kogyár. Dann geht es weiter über Sand- und Feldwege und herrlich endlosen “Galloppwiesen”, vorbei an blüheneden Rapsfeldern, bis hoch zur Biofarm. Dort machen wir nach ca. 1,5 Std. eine kleine Pause und probieren selbstgemachten Bio-Ziegen- und -Kuhkäse und geniessen kurzweilig die Farmidylle mit unzähligen, freilaufenden Tieren. Das zahme Hängebauchschwein legt sich vor unsere Füße und möchte hinterm Ohr gekrault werden.
Durch das hübsche, kleine, typisch ungarische Dorf reiten wir den kleinen Hügel hinunter besichtigen ein interessantes Haus, das komplett aus Holz, in Form einer Eule erbaut wurde. Es geht weiter durch die malerische Landschaft, entlang der großen Fischteiche, über einen Staudamm mit traumhafter Aussicht, in Richtung Alsoszenterzsebet.
Bei der Landestypischen, gemütlichen Dorfkneipe machen wir eine kleine Trinkpause, wir binden dort unsere Pferde an und geniessen ein gut gekühltes Radler. Gut gestärkt reiten wir über Feld-, Wald- und Wiesenwege, vorbei an Obstplantagen zurück zum Country Club.
Samstags mußte ich leider wieder nach Hause, aber ich fahre sicher nächstes Jahr im Herbst wieder hin, vielleicht hänge ich auch noch eine Woche dran und mache noch einen Basisreitkurs. Leider sind nur die Ausritte so verlockend, daß man sich wirklich nur schwer zum in der Halle reiten durchringen kann.
Christine Kannen, 20.05.2010 |
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